Wenn, dann jetzt: Pflegerebellion - Das Maß ist voll!

Große Beteiligung am Sleep-In zum Internationalen Tag der Pflege

 

Mit einem Sleep-In vor dem Reichstag in Berlin und weiteren in Köln, Dresden, Weimar, Wiesbaden und Löhne haben Pflegekräfte und ihre Unterstützer und Unterstützerinnen heute eindrücklich gezeigt: Das Maß ist voll! Schon viel zu lange arbeitet das Pflegepersonal in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in der häuslichen Pflege unter extremen Bedingungen. Ein Großteil davon sind Frauen.
Zu wenig Personal für zu viele Patientinnen und Patienten, hohe psychische und physische Belastung, großer Zeitdruck und eine schlechte Bezahlung.

Das ist nicht nur eine Katastrophe für das Pflegepersonal, sondern auch für uns, die wir an irgendeinem Punkt unseres Lebens auf gute Pflege angewiesen sein werden. Denn es geht um das Wichtigste, es geht um die Würde des Menschen, und oft auch um Leben und Tod. Gute Pflege ist nicht nur systemrelevant, sie ist lebensrelevant!

Seit Jahren werden Krankenhäuser privatisiert und auf Profit getrimmt, Personal wird deshalb eingespart. Den Preis zahlt das Pflegepersonal und wir, die Patientinnen und Patienten. Wir fordern eine Gesundheitspolitik, die sich am Gemeinwohl und nicht an Börsengewinnen orientiert. Gesundheit ist keine Ware!

Wir fordern schon seit Jahrzehnten eine deutliche Aufwertung der Pflegeberufe. Warum passiert so wenig? Liegt es daran, dass in der Pflege hauptsächlich Frauen arbeiten und sogenannte Frauenberufe traditionell deutlich niedriger bewertet werden, als sogenannte Männerberufe? 

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung hat die Bezahlung der unterschiedlichsten Berufe verglichen zum Beispiel nach Länge der Ausbildung, Höhe der Verantwortung, physische und körperliche Belastung und ob in dem Beruf Schichtdienst anfällt. Nach diesem Modell erreichen medizinische Fachkräfte den gleichen CW-Index von 25 wie Software- Entwickler und Entwicklerinnen.

Und die Bezahlung? Ein Beispiel:  Softwareentwickler verdienen im Schnitt 27,68€ eine medizinische Fachkraft 15,65€, eine Altenpflegerin 14,24€. Also trotz gleichem Index ein deutlich niedrigeres Gehalt. Das muss sich ändern!

 

Bis zum Ende des Jahres werden wir unter dem Motto „Wann, wenn nicht jetzt!“ eine Pflegekampagne in drei Teilen durchführen: „Pflegerebellion“, „Keine Ware“ und „lebensrelevant“ 

Wir alle haben jetzt - im Jahr der Bundestagswahl - die Chance genau zu schauen, inwieweit die Parteien bereit sind, die Pflegeberufe endlich aufzuwerten und das gesamte Gesundheitssystem radikal zu reformieren.

Informationen:

www.pflegerebellion.de und bei Instagram: @wenndannjetzt

Aktuelle Fotos des Sleep-In unter: www.pflegerebellion.de/presse

Kontakt: Anke Spiess, strategien@frauenbeauftragte.de

Tel.: 0151/68171270