6. Februar: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

ARTE Reportage
KENIA : Massai-Mädchen sagen « Nein »

Sa 2. Februar 2019 um 17.15 Uhr und in der Mediathek
ERSTAUSSTRAHLUNG

Beim Abtrennen der Klitoris fühlt sie, ob wirklich bis zum Knochen alles weg ist. Die Beschneiderin hat schon so manches Mädchen unter ihrem Rasiermesser verbluten sehen. Lucy war 12 Jahre alt, als sie diesen Albtraum erlebte. Es war zu Beginn der grossen Ferien, gleich als sie in ihr Dorf zurückkam. Die Bewohner hatten ein Fest für die Mädchen organisiert. Dann haben Frauen sie festgehalten und eine holte die Rasierklinge.
Heute ist Mama Lucy eine Kämpferin. Eine, die mit all ihrer Kraft und Überzeugung Krieg führt gegen die Genitalverstümmelung. Zusammen mit der humanitären Organisation « Amref Health Africa » unterrichtet sie junge Mädchen – in Anatomie, Frauenrechten und im Widerstand gegen diesen grausamen und sinnlosen Akt.

Eine Reportage von : E. Kleinschmager, M. Hansmann, L.Mingot und M.Unger. 

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TERRE DES FEMMES: Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) bezeichnet eine schwere Menschenrechtsverletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden. FGM stellt damit einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar. Zudem verstößt sie gegen die Kinderrechte gemäß der Kinderrechtskonvention und gilt somit als Kindesmisshandlung.

Aktuellen Angaben von UNICEF zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Tatsächlich dürften es eher doppelt so viele sein, denn bisher gibt es nur für den Subsahararaum, Ägypten und Irak umfassende Studien. Dabei weiß man heute, dass auch im Nahen Osten und in Südostasien Mädchen und Frauen genitalverstümmelt werden.

Auch in Deutschland sind Mädchen dem Risiko ausgesetzt, heimlich hierzulande oder im Ausland an ihren Genitalien verstümmelt zu werden. Deshalb finden Sie hier Informationen zur weiblichen Genitalverstümmelung, zu Verbreitungsgebieten, zur Prävention und zur Unterstützung Betroffener. So können Sie selbst dazu beitragen, dass Mädchen frei und unversehrt aufwachsen und Frauen, die eine Menschenrechtsverletzung erleben mussten, Unterstützung, Sensibilität und Interesse erfahren.