Elterngeld nur noch 12 statt 14 Monate: gleichstellungspolitischer Rückschritt

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Grafik mit Text: gleichstellungspolitischer Rückschritt beim Elterngeld

Elterngeld nur noch 12 statt 14 Monate: 
Warum der FDP-Vorschlag vor allem für Väter ein gleichstellungspolitischer Rückschritt wäre

Das Elterngeld für Paare soll von 14 auf grundsätzlich nur noch 12 Monate heruntergekürzt werden. Wegfallen sollen die zwei Partnermonate, die das Elterngeld auf maximal 14 Monate erhöhen. Das ist der neuste Vorschlag der FDP-Bundestagsfraktion. So will sie die Sparvorgaben von Finanzminister Christian Lindner erfüllen. Der Elterngeldanspruch soll dann für alle Einkommensgruppen wie bisher bis zu einer Höhe von 300.000 € Jahreseinkommen gelten.
Dabei hieß es noch vollmundig im Koalitionsvertrag „Die Partnermonate beim Basis-Elterngeld werden wir um einen Monat erweitern“.

Anreize für Väter fallen weg
Da in der Praxis hauptsächlich Väter die zusätzlichen Partnermonate in Anspruch nehmen, wäre ein Wegfall vor allem für sie ein massiver gleichstellungspolitischer Rückschritt.
Väter wollen aktiver Elternteil sein, wie es sich auch in dem neuen Väterreport 2023, wonach die Hälfte der Väter sich die Betreuung zu gleichen Teilen aufteilen möchte, widerspiegelt. Damit dies noch mehr Realität in den Familien wird, ist die Ausweitung der Partnermonate zusammen mit der Väterfreistellung eine wichtige Maßnahme.
Aber auch für Frauen ist das FDP-Vorhaben eine schlechte Nachricht, da es dazu führt, dass Familienarbeit wieder mehr zu ihren Lasten geht.

Partnerschaftliche Aufteilung der Care-Arbeit wird ausgehebelt
Das Ziel, die Care-Arbeit partnerschaftlich auf beide Elternteile zu verteilen wird mit dem Vorstoß der FDP-Bundestagsfraktion ausgehebelt. Das führt zu einer Verfestigung der traditionellen Rollen und einer Benachteiligung von Frauen in Bezug auf Karrieren und Rentenansprüchen. Ein fehlender Anreiz für Männer wird dazu führen, dass der Wunsch nach aktiver Vaterschaft nicht erfüllt wird.

Die BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, der BPW Germany und das Bundesforum Männer sind irritiert über diesen rückwärtsgewandten Vorschlag der FDP, der nichts mit einer modernen Familienpolitik zu tun hat.

Wir fordern:
Koalitionsvertrag umsetzen: Partnermonate ausweiten! Väter-/Partnerfreistellung realisieren!